Warum bieten wir eine E-Learning-Plattform an?

Wir arbeiten seit mehr als 20 Jahren mit niedergelassenen, freiberuflichen Ärzten zusammen. Wir kennen sie gut – Stärken und Schwächen. Wir können mit Überzeugung heute sagen: Das Beste, was dem Patienten passieren kann, ist ein freiberuflich tätiger Arzt oder Ärztin. Aber auch: Das Beste, was dem Arzt oder der Ärztin passieren kann ist die Freiberuflichkeit.

Wer freiberuflich sein kleines Unternehmen führt, engagiert sich noch ein Stückchen mehr für seine „Kunden“. Seine Qualität, sein Engagement bleiben auch über die Jahre hoch. Die Identifizierung mit der eigenen Praxis trägt aber auch entscheidend zur beruflichen Zufriedenheit und zum Lebensglück bei. Egal ob es sich um eine kleine oder eine große Praxis handelt – so gut wie jeder niedergelassene Arzt ist stolz auf sie und mehr als zufrieden mit dem, was er leistet.

Die überwältigend positiven Rückmeldungen der Patienten tragen zu dieser Zufriedenheit bei. Ebenso aber auch der Blick auf „das eigene Reich“, in dem man die Medizin realisieren kann, die man für richtig hält. Ein gutes Einkommen und eine überschaubare Arbeitsbelastung kommen hinzu.

Diese E-Learning-Plattform will dazu beitragen, dass das so bleibt.

Demnächst: 50.000 neue niedergelassene Ärzte

50.000 niedergelassene Ärzte werden in den nächsten fünf Jahren ihre Praxis an jüngere Ärzte übergeben. Viele dieser Vertragsarztsitze werden auch mit zwei oder drei jungen Ärzten besetzt sein, so dass deutlich mehr Ärzte nachkommen werden. Viele von ihnen werden einen Einstieg als angestellter Arzt nutzen, sich dann aber nach ein paar Jahren Erfahrung doch niederlassen wollen. Die Fluktuation in MVZ (Medizinischen Versorgungszentren) ist groß, vor allem, wenn sie im Krankenhaushand sind.

Das Krankenhaus ist nicht der Ort der großen ärztlichen Zufriedenheit. Das wissen wir alle. Wie gut, dass es da immer noch die Chance der Niederlassung gibt.

Privat- und Berufsleben rücken zusammen

Alle jungen Ärzte brauchen Unterstützung in der Organisation und im Management ihrer Praxis. Einfach die Methoden des Vorgängers zu übernehmen genügt nicht. Warum? Die Antwort ist einfach: Junge Ärzte und Ärztinnen arbeiten und leben anders als ihre Vorgängergeneration. Die hat noch Berufs- und Privatleben streng getrennt. Gerade die männlichen Kollegen kannten es noch gut, dass sie als Väter die Praxis schmissen und die Ehefrau das Privatleben. Der eine wusste vom Leben des anderen nicht viel. Heute geht das anders, nicht nur – aber eben auch bei Ärzten.

Das Privat- und Berufsleben rückt näher zusammen. Oder – wie kürzlich eine junge Ärztin zu mir sagte: „Wir sind näher am wirklichen Leben.“ Zuhause wird auch mal gearbeitet und in der Praxis mal Privates mit erledigt. Da kann der fällige Hausbesuch auch mal das fällige Lehrergespräch für die Kinder sein. Und überhaupt per FaceTime oder Skyp, da kann man auch mal „vor Ort“ sein ohne da zu sein.

Teamarbeit auch mit der Einzelpraxis

Und auch praxisintern wird vieles anders gesehen. Delegieren und ein lockerer, freundschaftlicher Umgang mit den Mitarbeiterinnen ist angesagt. Hierarchie ist out. Man kann es besser, effektiver machen – vor allem auch mehr in Teamarbeit mit den eigenen Mitarbeiterinnen und mit Kollegen, die um einen herum ihre Praxis betreiben. Teamarbeit auch in der Einzelpraxis.

Die Praxis anders zu führen, anders zu managen, eigene Ideen zu verwirklichen, Kollegialität im Praxisteam, macht Spaß. Es muss aber auch die Zeit dafür da sein, den laufenden Betrieb immer ein wenig zu verbessern. Zeit für Fortbildung ist knapp, insbesondere, wenn man noch eine Familie hat und die Abende lieber zu Hause ist.

Da bietet sich die Internet-Schulung an. Zeit- und ortsunabhängig lernen und so oft man Lust hat.

Online-Class jederzeit aufrufbar

Junge Ärzte haben keine Scheu vor dem Umgang mit den neuen Medien. Und warum soll man sich nicht per Online-Class die notwendigen Tipps für eine gute DMP-Organisation und eine solide IGeL-Schulung besorgen.

Sie haben aber auch keine Scheu davor, enger mit Krankenhaus-Kollegen zusammenzuarbeiten. Die viel beschworene sektorenübergreifende Versorgung ist gelebte Erfahrung für sie, gehört zur gewünschten Teamarbeit.

E-Learning auch für den Krankenhausarzt

Also bieten wir auf unserer E-Learning-Plattform auch Themen für Krankenhausärzte an.

Besonders gerne dann, wenn es gesetzliche Neuerungen gibt, die unmittelbar auch in den Arbeitsalltag des Vertragsarztes eingreifen.

Die neue Möglichkeit, dass jetzt bei Entlassung im Krankenhaus Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel verordnet und AU-Bescheinigungen ausgestellt werden können, betrifft Klinik und Praxis gleichermaßen. Die ASV – die ambulante spezialfachärztliche Versorgung natürlich erst recht.

Die Themen werden nicht abreißen

Viele weitere Themen werden hinzukommen. Themen von denen wir wissen, dass sie auf Interesse stoßen. Dabei vermitteln wir immer die bloße Information kombiniert mit der praktischen Umsetzung. Also: Wie kann ich das möglichst aufwandsarm in meinem Bereich umsetzen?

Die Themen werden nicht abreißen, denn die Veränderung ist rasant, natürlich auch im Gesundheitswesen. Und in allen Veränderungen steckt eine Chance, wenn man sie zu nehmen weiß und sich zeitökonomisch informieren kann.

Bürokratiemonster oder perfekter Steigbügelhalter

Sehen Sie sich doch einmal das Schulungsvideo zu den DMP an. Als sie eingeführt wurden, gab es empörte Proteste – „der drangsalierte Arzt“, „Bürokratiemonster“, das „Ende der Therapiefreiheit“ „Sparkommissar-Arzt“ usw. Heute sehen wir, dass DMP dazu führen können, dass dem Arzt mehr Zeit bleibt, für das, was er wirklich gerne macht: Medizin, Arzt sein.

DMP haben uns gezeigt, dass sie Steigbügelhalter sein können. Oder anders ausgedrückt: Dokumentation kann Effizienz steigern, kann Freiräume schaffen, kann schlicht die ganze Organisation einer Praxis verbessern.

Dokumentation ist wohl das meist gehasste Wort in deutschen Praxen und kommt in der Ablehnung noch vor Bürokratie und Leitlinie. Ich habe mich oft gewundert über diese geballte Wut. Viele glauben, dass diese Ablehnung daher kommt, dass sich die Ärzte bloß nicht in die Karten schauen lassen wollen.

„Den kranken Menschen verstehen“

Richtig verstanden habe ich diese sehr emotionale, manchmal irrationale Ablehnung erst als ich von Giovanni Maio das Buch „Den kranken Menschen verstehen“ (ISBN 978-3-451-30687-7) gelesen habe.

Er schreibt da schon im Vorwort: … „Denn wenn man implizit davon ausgeht, das Eigentliche der Medizin ließe sich in messbaren Daten fassen, wird das Messbare immer weiter potenziert, ohne dass man merkt, dass damit gerade keine Steigerung der Qualität einhergeht, da die eigentliche Qualität des ärztlichen Tuns nicht das sichtbare und messbare Machen ist, sondern der unsichtbare und nicht messbare Reflexionsprozess.“

Das System, schreibt er, habe nicht verstanden, was ärztliche Betreuung wirklich ist.
Und: „Die ärztliche Profession ist (also) da, um die Kluft zwischen dem allgemeinen Wissen und der unverwechselbaren Situation des Patienten zu überbrücken.“

Behandlungsschema, warnt Maio, „tun so, als gäbe es in der Wirklichkeit nur typische Fälle und keine Besonderheiten, während das Gegenteil der Fall ist.“

Toll, ganz toll! Genau das habe ich immer und immer wieder erlebt, wenn „meine Ärzte“ Fälle, also Patientenschicksale oft leidenschaftlich diskutieren. Die Leitlinie kann einen Anhalt geben, für die wirkliche Lösung taugt sie nicht.

Heilkunst negiert

Leitlinien und Dokumentationen sind nützlich, um einen allgemeinen Rahmen abzustecken. Sie sind untauglich um die Qualität eines Arztes zu erfassen. Ärzte erleben es aber zunehmend, dass sie daran gemessen werden, wie sie sie umsetzen. Sie spüren genau, dass dabei das Hauptmerkmal ihres Berufes, die Heilkunst, negiert wird.

Das worauf Arzt oder Ärztin eigentlich stolz sind – nämlich in dem Moment, wo sie einem Patienten begegnen, ihn als Ganzes zu erkennen – wird im Gesundheitssystem als Beiwerk betrachtet. Es ist ja nicht messbar, nicht quantifizierbar.

Es ist auch nur sehr schwer in Worte zu fassen: Im Moment der Begegnung läuft zwischen Arzt und Patient ein Austausch von Informationen ab: Auf sachlicher, körperlicher und emotionaler Ebene. Der Arzt empfängt Mosaiksteinchen, die er – mit weiteren Daten – prüft und sozusagen gegenlaufen lässt gegen sein medizinisches, sein ärztliches und sein menschliches Wissen bevor er alles zu einer Beratung, einer Therapie zusammensetzt.

Das ist – wenn auch nur unzulänglich beschrieben – das Wesen eines guten Arztes. Unser Gesundheitssystem verkennt das oft. Es hilft nicht, wenn überall betont wird, das Leitlinie eben nicht Richtlinie ist. Arzt und Ärztinnen fühlen sich gemessen und beurteilt an den vorgegebenen Werten und Skalen.

Offen bleiben für das Nützliche der Bürokratie

Das erklärt die heftige Abneigung. Sie ist häufig berechtigt. Mitunter aber so emotional, dass sie den Blick auf das Nützliche verstellt.

Etwas banaler ausgedrückt: Wenn DMP dazu beiträgt, dass die gesamte Organisation einer Arztpraxis effizienter wird und Arzt, Mitarbeiterinnen vor allem aber auch Patienten mehr und nicht weniger Freiraum bekommen, dann können solche Instrumente auch nützlich sein.

Es ist kein Hexenwerk das umzusetzen. So wie es auch kein Hexenwerk war diese E-Learning-Plattform ins Leben zu rufen. Wenn Sie Lust haben dazu mehr zu erfahren, dann lesen Sie bitte hier einfach weiter.

Von der Idee zur Umsetzung

Die Idee für unser erstes E-Learning Projekt entstand um zwei Uhr nachts, Anfang Januar 2015. Und mein umnebeltes Hirn, war erst einmal dagegen. Mein Sohn Christian erzählte mir via FaceTime von einer Online-Class, für die er die Filme produzierte und die mittlerweile so gut ankam, dass schon an einer weiteren Produktion gearbeitet wurde.

Er saß zu dieser Zeit mitten im Silicon Valley. Für ihn war es helllichter Tag und sein Gehirn gerade im Kreativ-Modus. Er versuchte mir klar zu machen, dass E-Learning auch für mein Unternehmen ein interessanter Geschäftszweig sei.

Ich habe erst mal innerlich abgeblockt. Nicht nur, weil ich schon geschlafen hatte, sondern auch wegen meiner Zielgruppe. Ärzte, vor allem niedergelassene Ärzte, ja das gesamte Gesundheitswesen in Deutschland hinkt im Bereich EDV gut 20 Jahre hinter her. Und kaum einer der Beteiligten bemängelt das ernsthaft.

Mütter müssen offen sein, für die Ideen ihrer Kinder

Aber: Mütter müssen für die Ideen ihrer Kinder offen sein, sich wenigstens ernsthaft damit auseinandersetzen. Und er war ja wirklich sehr überzeugend. Nach und nach kamen meine kleinen, grauen Zellen auf Touren:

Ja, für junge Ärzte wäre das schon etwas, die sind mit EDV und Internet groß geworden.

Und jetzt hatte mein Sohn auch noch eine empfängliche Seite bei mir getroffen: Die Freiberuflichkeit!

Den jungen Ärzten und vor allem den jungen Ärztinnen wird ständig eingeredet, dass sie doch viel lieber als angestellte Ärzte arbeiten würden, da ihnen ein leichter Job und wenig Verantwortung lieber seien als Freiberuflichkeit und die unternehmerische Last einer eigenen Praxis. Was völlig falsch ist, wenn man ihnen nur zeigt, dass es nicht nötig ist Freizeit und Familie der Praxis zu opfern.

Wir haben bis morgens um vier diskutiert. Dann stand fest – ich würde ein Konzept „E-Learning für Praxisgründer“ schreiben. Aber bevor ich damit anfing, habe ich noch zwei Wochenenden mit Recherche verbracht. Was ist ein Internetportal, was heißt eigentlich SEO, wie wirbt man im Internet, wie erwirbt man Aufmerksamkeit, was ist Big Data? Für mich eine neue, unbekannte Welt.

Eine vertraute Welt dagegen ist für mich die Arztpraxis. Niedergelassene Ärzte habe ich seit vielen Jahren beraten und habe Theorie und Umsetzungspraxis der unendlichen Reformprozesse unseres Gesundheitswesens begleitet. Ich kenne die Chancen, die sich den jungen Ärzten bieten.

Alte Welt trifft neue Welt

Die Videos mit Inhalten und vor allem mit Leben zu füllen, war dann zwar viel Arbeit aber bekanntes Terrain. Ich habe als „alter Hase“ mit jungen EDV-Spezialisten und Kameraleuten zusammengearbeitet, die Berufsbezeichnungen hatten, die ich vorher nicht einmal kannte. Es war wunderbar. Alte Welt traf neue Welt.

Das „E-Learning für Praxisgründer“ wird demnächst bei einem großen deutschen Unternehmen online gehen.

Die neue und die alte Welt in einem Team – hat super funktioniert und viel Spaß gemacht. Jetzt ist Christian zurück nach Hamburg gekommen. Da lag es nahe, dass wir uns gemeinsam mit seinem Freund Ben an die eigene E-Learning Plattform gewagt haben.